DU BIST IMMER SO …

Alexandra Neuhofer

Schon einmal gehört?

Nervt Sie schon, bevor Sie überhaupt wissen, worum es geht?

Hier ein paar Tipps zum Streit und damit Stress Vermeiden!

„DU BIST IMMER SO …“ ist eine Kampfansage. Wenn Sie es darauf anlegen, sich ordentlich zu fetzen und so lange zu streiten, bis einer flüchtet oder sich massiv wehrt, ist dieser Satz – oder ähnliche wie „Nie tust Du …“, Wie immer kannst Du nicht …“ oder auch besonders beliebt „Typisch, wie immer …“ sehr erfolgversprechend.

Wenn Ihnen hingegen daran liegt, Ihren Ärger auszudrücken über etwas, was ein anderer gemacht hat oder eben nicht und dann auch noch das Gewünschte zu erreichen, gibt es ein ganz einfaches Mittel, anzuwenden in vier Schritten:

  • Beobachten – beschreiben Sie nur die Handlung, um die es geht, ohne zu werten oder zu interpretieren
  • Beschreiben Sie Ihr Gefühl, das Sie aufgrund dieser Situation haben
  • Sagen Sie, was Sie brauchen und beschreiben Sie Ihr Bedürfnis
  • Formulieren Sie dieses Bedürfnis in einer Bitte in Bezug auf die konkrete Aktion

Damit klagen Sie Ihr Gegenüber nicht an, sondern geben ihm die Chance, Sie, Ihre Gefühle und Ihr Anliegen nicht nur wahrzunehmen, sondern auch zu verstehen.

Sie drängen auch niemanden in die Ecke, reizen ihn aufs Blut und verlangen eine Rechtfertigung, denn rechtfertigen macht recht fertig.

Ein Praxisbeispiel:

Ich plante eine achttägige Fortbildung und bat einen Freund, sich während meiner Abwesenheit um meine Pflanzen zu kümmern; hilfsbereit sagte er zu. Nach meiner Rückkehr fand ich die Zimmerpflanzen in einem so erbärmlichen Zustand wieder, dass ich den Tränen nahe war. Am liebsten hätte ich diesen Freund durch Sonne, Mond und Sterne geschossen.

Sätze wie „auf Dich kann man sich nicht verlassen …“ und „Du kannst Dich ja nicht einmal um Grünzeug kümmern …“ lagen mir auf der Zunge. Aber was hätte das gebracht? Meinen Zorn hätte es nicht geschmälert, und grundsätzlich ist dieser Freund immer zuverlässig und geschickt.

Ich habe mich also kurz gefangen und ungefähr folgendes formuliert:

  • Meine Pflanzen sind entweder vertrocknet oder ertrunken.
  • Das macht mich traurig und zornig.
  • Ich möchte es daheim schön und gemütlich haben, das gibt mir Halt, weil ich gerne nachhause kommen möchte.
  • Darf ich Dich bitten, dass Du Dir vor meiner nächsten längeren Abwesenheit Zeit nimmst und wir machen gemeinsam einen Plan, welche Pflanze wie zu versorgen ist?

Und da ist alles drin! Mein Schmerz und Ärger über die zum Teil ertrunkenen Pflanzen, und es ist eine Chance für beide Seiten, dass es das nächste Mal besser laufen wird.

Probieren Sie es einmal aus, es funktioniert wirklich!

Wenn nicht, ist einer von Ihnen wirklich nur auf Streiten aus, und es geht nicht um den Inhalt, über den Sie gerade streiten, sondern häufig um etwas ganz anderes.

Viel Erfolg beim Ausprobieren und

ACHTEN SIE GUT AUF SICH!

Gedankenfutter, oder: Was, wenn’s nicht schmeckt?

Mirella Kreder

Mirella Kreder


“Unsere Emotionen beginnen mit unserer Interpretation der Ereignisse.” Dr. Frank
Ghinassi
Über professionelle Therapie lassen sich belastende Verhaltens- und Denkmuster
verändern. Es muss aber nicht immer gleich eine Therapie vonnöten sein, denn wir
können Erkenntnisse aus der kognitiven Forschung auch selbst im Alltag anwenden.
Was sich in der Theorie einfach anhört ist auch in der Praxis gar nicht so schwer.
Getreu dem Motto “Du bist was du isst.” gilt auch der Satz “Du bist was du denkst.”
Mit welchen Gedanken wir unser Hirn füttern und wie wir dieses Gedankenfutter
verdauen liegt – wie die Speisen die wir regelmäßig zu uns nehmen – zu großen
Teilen in unserer Hand.
Bevor wir etwas in den Mund stecken schauen wir es uns in der Regel genauer an,
riechen daran, überlegen – sofern wir es nicht direkt einordnen können – was es
damit auf sich hat. Kann es uns denn überhaupt schmecken? Wollen wir es wirklich
kosten? Ist es möglicherweise giftig? Wir analysieren die Konsistenz, die Farbe, wie
verhält es sich in Kontrast zur restlichen Nahrung die wir bereits zu uns genommen
haben. Schaffen wir dadurch im Körper Balance und Ausgewogenheit, dosieren wir
über oder fördern wir womöglich eine vorhandene Unverträglichkeit?
Selbst kleine Kinder tun das intuitiv. Es liegt in unserer Natur. Sie nehmen oft
ungeeignete oder ungenießbare Dinge in den Mund – und spucken sie wieder aus.
Als Erwachsener glauben wir uns oft an soziale Standards gebunden und schlucken
daher auch so einiges hinunter was uns nicht schmeckt oder von dem wir wissen,
dass es uns eigentlich nicht gut bekommt. So auch Gedanken.
Gedankenfutter: Stellen Sie sich folgendes vor.
Ein Stück “Gedanke” kommt. Sie kennen ihn schon. Es schmeckte bisher gut. Wir
können relativ schnell entscheiden: ja, rein damit. Er schenkt uns (positive) Energie.
Ein weiteres Stückchen Gedanke folgt. Wir kennen ihn, denn wir haben uns daran
mehrfach den Magen verdorben und filtern ihn deshalb in weiser Voraussicht aus.
Leider können wir Gedankenfutter aber nicht immer zu uns nehmen wie am Buffet:
in freier Entscheidung und weiser Voraussicht Stücke (nicht) auf den Teller laden.
Externe Ereignisse gleichen eher einem Mehr-Gänge-Menu oder einem Running
Sushi Laufband. Sie kommen durch von uns weniger kontrollierbare Umstände und

können Gedanken in uns auslösen, die wir nicht immer sofort einordnen können
oder die uns nicht schmecken und bitter aufstoßen.
Doch auch hier haben wir stets die Wahl: nehmen wir das Gericht, das uns serviert
wird an (mit aller Konsequenz) oder lehnen wir es (nach eingehender Analyse) ab.
Oder würde es uns möglicherweise sogar schmecken und wäre es besser
verdaulich, wenn wir z.B. unsere Wahrnehmung des Servierten verändern, es etwas
nachzuwürzen, oder zuvor den Magen durch andere Inhalte stabilisieren?
Denken Sie mal drüber nach. Oder nicht. Das liegt nun ganz in Ihrer Hand.

HOFFNUNG STÄRKT RESILIENZ

Alexandra Neuhofer

Alexandra Neuhofer


Hoffen ist eine durchaus sinnvolle Beschäftigung, denn sie erhält uns die
Verbindung zu etwas, was uns wertvoll ist.
Und Hoffnung ist mehr als nur ein Herbeisehnen, ein inniger Wunsch, da sie
einen realen Bezug zur Welt hat. Wir bleiben unseren inneren Werten treu,
indem wir an ihnen festhalten.


Welche Werte haben wir? Gesundheit, Familie, Leben?
Wo Hoffnung ist, ist auch Chance!
Haben Sie schon einmal etwas inständig gehofft?
Nach einem harten Training ein Ziel zu erreichen, einen tollen Job zu
bekommen, nach einer Verletzung wieder mobil zu werden?
Sie haben auf dieses Ziel hingearbeitet, weil es Ihnen realistisch und sinnvoll
erschien in der Hoffnung, dieses zu erreichen.
Wäre Ihnen das ohne Hoffnung gelungen?
Hoffnung bleibt uns, wenn wir selber nichts mehr tun können, uns die Hände
gebunden sind, doch sie zieht uns nicht in die Vergangenheit, sondern richtet
unsere Aufmerksamkeit in die Zukunft, sie stärkt unsere Haltung für das, was
kommen wird und macht uns offen dafür.
Gerade wenn wir an der derzeitigen Situation nichts aktiv ändern können, hilft
es, die Hoffnung zu bewahren.
Es gibt so viele wissenschaftliche Erkenntnisse die belegen, dass das Hoffen
auf Heilung nach einer schweren Erkrankung den Verlauf der Genesung positiv
beeinflusst, weil die Psyche und der Körper ein Team bilden.
Und dieses standhafte Hoffen, dass wir die derzeitige Situation gut überstehen,
gesunden und wieder auf die Beine kommen – auch wenn uns diese nur
metaphorisch weggerissen wurden – stärkt unsere Resilienz.
Die Hoffnung gibt uns Kraft weiterzumachen und nicht zu vergessen, dass wir
am Leben sind.
Denn das Leben ist es wert, damit in Beziehung zu bleiben.
Haben Sie Vertrauen in die Welt.
Bleiben Sie hoffnungsvoll.
ACHTEN SIE GUT AUF SICH!

Schau auf dich – schau auf mich

Mag. Manuela Reimann

Wie oft haben wir das in den letzten Wochen wohl gehört? Oft? Zu oft? Ja das aufeinander schauen in seinem besten Sinn, das hat was. Das tut uns gut.

Allzu oft ist es aber ein kritischer Blick, ein abfälliger Blick, ein genervter oder ärgerlicher Blick, speziell wenn wir auf uns schauen. Als wäre dieser Blick noch nicht genug, wird dieser Blick auch von den entsprechenden Gedanken und Gefühlen begleitet. Wie oft genügen wir uns nicht? Und nun kommt noch der Abstand dazu, den wir zu anderen halten sollen. Soziale Distanz, die uns voreinander schützen soll. Wirklich? Nein! Soziales einander näher sein, brauchen wir jetzt und in nächster Zeit um gemeinsam diese Herausforderungen zu bewältigen. Physische, körperliche Distanz, ja die werden wir wohl noch eine Zeitlang im Umgang miteinander brauchen.
Was wir brauchen sind:

Anteilnahme
Mitgefühl
Sensibilität
Einfühlungsvermögen
Feingefühl
Verständnis

Es gehört zu den tiefsten Bedürfnissen der Menschen, verstanden zu werden. Wenn man niemanden hat, der einen versteht – und das ist möglicherweise eines der größten Probleme unserer Zeit – entsteht sehr schnell ein Gefühl von Minderwertigkeit und Isolation. Wir brauchen das Gefühl der Verbundenheit, der Zugehörigkeit ansonsten sind wir gestresst, anfälliger für Ängste, Einsamkeit und Unverständnis anderen gegenüber. Kurz gesagt, wir brauchen Empathie uns gegenüber und anderen gegenüber. Selbstempathie weil wir anderen nur Empathie entgegenbringen können, wenn wir sie uns selbst entgegenbringen können. Was ich bei mir selbst nicht wahrnehme, kann ich auch bei anderen nicht wahrnehmen. Was ich an mir selbst nicht schätze, kann ich auch bei anderen nicht schätzen. Was ich nicht verstehe, kann ich auch nicht wertfrei betrachten. Wofür ich keine Sprache habe, kann ich nicht beschreiben und ausdrücken.
Selbstempathie hat nichts mit Selbstmitleid zu tun. Selbstmitleid schwächt, Selbstempathie stärkt.
Um für sich selbst Empathie aufzubringen, ist es notwendig, erst einmal eine Bestandsaufnahme der eigenen Situation zu machen, ohne sie zu bewerten. Dann ein Hinhören auf unsere Gefühle, denn sie geben uns Auskunft über unsere Bedürfnisse. Wir alle haben Bedürfnisse, die erfüllt werden wollen. Unsere Gefühle sind ein Hinweis, ob und welche Bedürfnisse erfüllt sind. Die Grundbedürfnisse wie Zugehörigkeit, Aufmerksamkeit, Anerkennung, Liebe usw. teilen wir mit allen Menschen. Was uns unterscheidet, ist die Art, wie wir unsere Bedürfnisse erfüllt haben möchten. Die Fragen an mich im Sinne der Selbstempathie lauten daher:

Wie ist meine Situation? Wie lautet eine wertfreie Beobachtung meiner Situation? Wie denke ich über mich und meine Situation? Wie fühle ich mich dabei? Was spüre ich in meinem Körper? Welche Gefühle stecken hinter meinen Gedanken? Was brauche ich jetzt? Welche Möglichkeiten habe ich um meine Bedürfnisse zu erfüllen? Welche Alternativen fallen mir ein? Was wünsche ich mir? Bringen wir uns doch echtes Interesse entgegen, dann gelingt es uns auch Interesse für andere aufzubauen. Für ein beziehungsfähiges Miteinander bedarf es empathischer Kompetenzen, damit wir ein konstruktives, kooperatives Zusammenleben bestmöglich gestalten können.


Mag. Manuela Reimann

Wo ist das Licht in diesen herausfordernden Zeiten?

Gabriele Buchner

Vielleicht haben Sie im Moment eine große Verantwortung in deinem Job, sollen in kürzester Zeit die richtigen Entscheidungen treffen, oder sind durch das Arbeitspensum einfach überlastet? Auf der anderen Seite bringen Sie die Bedürfnisse, die Ihre Familie an Sie stellt, an den Rand der Leistungsgrenze. Sie selbst haben eventuell Ängste, den Job zu verlieren oder falsch zu entscheiden, haben Furcht vor Krankheit, Tod und Trauer, wissen nicht, was in der Zukunft die Sicherheit bringt, die Sie brauchen, um wieder ruhig zu werden und aus diesem Dunkel herauszufinden?

Wenn man sich im Dunkeln befindet, dann lässt sich das schwer aushalten und noch weniger gut arbeiten.

Dies kann ich sehr gut nachempfinden, denn wie wir alle habe auch ich eine Familie, die sich auf mich verlässt, muss ich Geld verdienen, damit meine Rechnungen bezahlt werden können und die Sorge vor der Zukunft, sei es fehlende Sicherheit oder die Angst vor einer Krankheit sind sehr schnell in den direkten Fokus gerückt.

In der letzten Woche hat sich eine Frau bei mir gemeldet, die um Hilfe bei ihren Abschiedsthemen gebeten hatte. Wir führten eine Stunde lang ein sehr intensives Gespräch und sie bedankte sich mit den Worten „Sie haben mir das Licht in meine Dunkelheit gebracht“.

Dieser Satz hat mich zutiefst bewegt. Dieser Satz hat in den letzten Tagen sehr viel in mir ausgelöst und das Wichtigste ist, dass diese Klientin mit ihrem Feedback auch mein Licht wieder angefacht hat, und dafür bin ich sehr dankbar.

Es hat mir gezeigt, dass wir alles in uns haben, was wir brauchen, wir müssen nur hinsehen und fühlen, und ab und zu kommt ein wildfremder Mensch in dein Leben, der in dir ein Licht entzündet!

Fotocredit: Antonia Buchner

Zeit für Veränderung?

Angela Meierschitz

Bildergebnis für bilder veränderungen im lebenHast Du schon bemerkt wie schwer es ist, gute Vorsätze ins Leben umzusetzen. Wenn nur unser Verstand etwas für „gut“ befindet reicht es leider meistens nicht aus. Oft fehlen unsere Gefühle und Herzenswünsche dabei, mit denen wir unsere Vorhaben erfüllen können.

Wie bemerkt man, dass es Zeit für Veränderungen ist:

  • Wir fühlen uns erschöpft und lustlos.
  • Wir sind unzufrieden, hektisch, alles ist zu viel oder wir finden das Leben langweilig.
  • Wir leiden unter hartnäckigen Verspannungen, die unsere Beweglichkeit und Lebensfreude einschränken.
  • Wir ziehen uns zurück.
  • Wir stecken in einer Krise fest.
  • Wir haben unsere Neugierde und die Lust Neues zu entdecken verloren.

Wirkliche Veränderungen geschehen nicht von einem Tag auf den anderen. Unsere Gewohnheiten spielen uns da einen Streich und wir finden uns schon meist nach kurzer Zeit wieder in der Routine wieder. Entweder sagen wir uns selbst Sätze, wie:

„Das ist zu schwierig, ich lass es lieber!“
„Das funktioniert sowieso nicht!“
„Wer weiß was da passiert!“

Oder ein neuer Vorsatz, eine neue Idee lenken uns ab und wir vergessen was wir wollten. So funktioniert unser Verstand, lieber beim Alten, Bekannten bleiben.

Der Körper weiß wie es geht! Mit Körperarbeit findest Du heraus, was Dich daran hindert und worum es Dir bei den Veränderungen wirklich geht.

Unser Körper ist die Verbindung zu unseren Fähigkeiten und Qualitäten, die wir für Veränderungen brauchen. Mit Körperarbeit entdeckst Du sie. Neue Wege und Möglichkeiten ergeben sich auf natürliche und einfache Weise!

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Brauchen statt wollen

Alexandra Neuhofer

ICH  WILL   B R A U C H E …

Seit Mitte März 2020 befinden wir uns im Lockdown.

Eine akute Krise dauert erfahrungsgemäß 4 – 6 Wochen.

Wir haben jetzt Mitte Mai, wer jetzt noch geistig, seelisch und moralisch festen Halt hat, ist, wie man im Volksmund gerne formuliert, „gut aufgestellt“, die Modebewussten dürfen diesen Zustand als resilient bezeichnen.

Alexandra Neuhofer

Aber was ist mit jenen, die sich trotz oder gerade wegen der acht Wochen spärlicher sozialer Kontakte, weniger oder keiner beruflicher Tätigkeit nicht so recht hinaussehen?

Es bröckelt der Boden unter Ihren Füßen, Sie finden keinen Schutz und Halt mehr!

Sie haben eine Beziehung, einen Arbeitsplatz oder gar einen Menschen verloren, zusätzlich zur belastenden Pandemie-Situation sind Sie tief erschüttert und traurig!

Plötzlich stellen Sie fest, dass Sie mit sich selbst wenig anzufangen wissen, kommen drauf, dass Ihr bisheriges Leben auf Werten basierte, die eigentlich nur auf Äußerlichkeiten ausgerichtet waren, und jetzt gilt das alles nicht mehr, weil Sie das Auto zurückgeben und den Urlaub stornieren müssen? Welche Werte gelten jetzt überhaupt noch?

Und welchen Sinn hat Ihr Leben momentan? Eine Familie wollten Sie gründen, doch der Job ist weg, Sie kommen alleine kaum über die Runden, und der Partner stellt sich nach acht Wochen auf kleinstem Raum nicht als derjenige heraus, mit dem Sie alt werden wollten!

Stellen Sie sich eine Frage, und das mit Bedacht; und gehen Sie weg vom herkömmlichen „Was will ich?“.

Probieren Sie es einmal mit „Was BRAUCHE ich?“!

Sie werden, wenn Sie nach einiger Zeit eine Antwort für sich gefunden haben, feststellen, dass Ihr Ergebnis ein anderes ist als die Antwort darauf, was Sie sich wünschen oder wollen.

Vor einigen Jahren befand ich mich in einer Umbruchphase, so weitermachen ging nicht, ich hatte aber nicht einmal eine Idee zu einem neuen Weg.

Es war Ende Oktober, es regnete leicht, ich schaute durchs Fenster in den regenverhangenen Garten, wo noch das fast ausgelassene Planschbecken mehr lag als stand.

Wahrgenommen habe ich das wunderschöne Resedagrün des algen- und tannennadelangereicherten restlichen Wassers im Becken.

Und so gedankenverloren fiel mir ein, was ich brauchte: Ich hatte das Bild vor mir, wie ich als Kind keine Regenlacke ausgelassen habe und mit Begeisterung darin herumgesprungen bin, es war mir völlig egal, dass ich schmutzig und nass war, allein dieses Gefühl von Freiheit war es, das ich dringend brauchte.

Ich ging in T-Shirt, Shorts und barfuß in den matschigen Garten, stieg in das knöcheltiefe Wasser, zuerst vorsichtig, dann schon mutiger, und zuletzt hüpfte ich wie ein kleines Kind im schlammigen Wasser – und es war wunderbar und befreiend!

Nach diesem Schlammbad – und einer Dusche – hatte ich mich „freigespielt“, mir meine Ressourcen zunutze gemacht und schlussendlich auch einen klaren Kopf, um die weiteren Schritte für mein Leben anzudenken.

Und wieso? – Weil ich darauf GEHÖRT habe, was ich in diesem Moment GEBRAUCHT habe!

Sie werden vielleicht feststellen, dass das, was Sie wirklich brauchen, gar nicht so viel und möglicherweise leichter zu realisieren ist als das Gewollte.

Deshalb wird der Weg dorthin auch ein anderer sein als der „gedachte“, und häufig ist dieser auch weniger steinig.

ACHTEN SIE GUT AUF SICH!

Nicht das Was, sondern das WIE

Mirella Kreder

Oft ist es nicht das WAS sondern das WIE.
Das ist eine Weisheit, die sich für mich in der Vergangenheit immer wieder bewahrheitet hat. Nicht unbedingt die Tatsache, DASS sich etwas verändert ist ausschlaggebend, sondern WIE es sich verändert. Ob man selbst die Veränderung herbeiruft, oder ob man verändert wird.


Positive Veränderungen machen uns froh. Negative Veränderungen, insbesondere von außen, lösen zunächst weniger gute Gefühle aus.
Und was, wenn die Veränderung zu schnell kommt? Wenn im Prozess ganz schön vieles schiefgeht? Zu Bruch geht? Wenn wir uns plötzlich umgewöhnen oder neu erfinden sollen? Wenn es keine klaren Trennelemente mehr gibt – oder zu viele?
Plötzlich ist man Zuhause “eingesperrt”. Gerade für uns, die wir es gewohnt sind unsere Freiheit auszuleben, kann das auf Dauer ein beklemmendes Gefühl sein. Nicht in vollem Umfang so zu können wie wir wollen. Und selbst wenn wir es verstehen, anfühlen tut es sich wie “gegen den Strich streicheln”. Hinzu kommen mögliche Zukunftsängste und Unsicherheiten, vermehrte Konflikte im Haushalt (das gegen den Strich gestreichelte Fell wird dünn), ungewohnte Arbeitsweisen, sinkende Schmerzgrenzen, mangelnder Ausgleich. Und all das ohne Vorwarnung. Autsch.
Die gute Nachricht:
Wir können auch solche Veränderungen als Chance erkennen wenn uns die dafür nötige Zeit gegeben wird (oder wir sie uns nehmen). Wenn das WIE stimmt (oder wir dafür sorgen, dass es stimmt). Kommunikation ist hierbei ein wesentliches Element. In alle Richtungen. Auch nach innen.
Zeit heilt Wunden. Sagt man nicht so? Zeit ist ein Geschenk. Ich zum Beispiel habe diese Phase genutzt um mir selbst bewusster Zeit zu schenken. In allem eine Chance zu sehen und “Auswege” zu finden. Alternativen zu denken. Ich habe die gegebene Veränderung von außen umgewandelt, transformiert, in einen Veränderungsprozess von innen. Verändern können wir nämlich auch Gedanken und unsere Einstellung.

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Intuition als Plan / Corona als Lehre

Mag. Ulrich Wanderer

Vor zehn Wochen wusste ich noch genau, wie das heurige Jahr in etwa laufen würde. Seminare, Urlaub, Beratungen, Marathons, Sommer, etc und am Ende eine große Reise. Ja, es war klar, dass es so laufen sollte.

Mag. Ulrich Wanderer
Mag. Ulrich Wanderer


ich war auf ein tolles Jahr eingestellt und dann kam es ein wenig anders. LockDown und Pressekonferenzen, Ausgangsregelungen und… erzwungene Kreativität. Plötzlich war nicht mehr der planbare Alltag gefragt, sondern die Umstellung auf die Bedürfnisse einer vorübergehenden Phase. Wir alle spüren dieses Gefühl der Unsicherheit, doch bedeutet Unsicherheit auch das erzwungene Loslassen von scheinbaren Sicherheiten. Wer sich nie von seiner Ankerkette löst wird keine neuen Meere erkunden.

Wie der Geselle, der früher auf Wanderschaft ging um seinen Beruf in der Fremde zu erlernen, so haben wir jetzt die Möglichkeit, unser Lebenskonstrukt zu überdenken. Haben wir auf Sand oder Fels gebaut? Was ist unser Fundament? Sind es jene Kurse, die einem Seismografen gleich rauf und viel mehr runter sausen können? Ist es der Job, der zwar viel Prestige und Geld bringt, doch beim ersten Anzeichen einer Krise zu wackeln beginnt, oder sind es Gegenstände? Das Auto oder anderes?

Ist aber unser Fundament die Überzeugung, am richtigen Platz zu sein, fest in sich zu stehen und sich darauf zu verlassen, dass man im Moment die passende Entscheidung trifft und den richtigen Schritt in die richtige Richtung macht. Passt das Schuhwerk, so gehen wir auf jedem Weg mit sicherem Schritt. Lassen wir uns von unseren Möglichkeiten leiten, lassen wir unser Bauchgefühl die Führung übernehmen. Nicht langfristige Planung, sondern viel eher nur intuitive kleine Schritte führen uns derzeit an die nächste Wasserquelle, an die nächste Labestelle des Alltags.

Daher können wir, bei all den Unerfreulichkeiten, die die aktuelle Lage mit sich bringt, auch positive Aspekte erkennen. Wir können viel über uns und vor allem für uns lernen. Wie wir in unbekannten Situationen reagieren, wie wir agieren und ..was wir verbessern können. Und wir können wachsen. Corona geht vorbei, wir werden bleiben. Und auch die Erfahrungen, die wir mit unseren Mitmenschen und vor allem mit uns selber machen werden bleiben.

So gesehen, ist die momentane Ausnahmesituation auch eine Chance für uns und unsere Gesellschaft. Wir könnten lernen uns nicht nur auf unsere Pläne zu verlassen, sondern viel mehr noch auf uns selber. Denn der beste Plan ist immer noch unsere Intuition.

Anregung zur Selbsthilfe

Alexandra Neuhofer

Es gibt Situationen, die wir selbst nicht ändern können.

Alexandra Neuhofer

Da hilft es, die eigene Haltung zu diesem Ereignis mit Bedacht zu wählen.

Denn wir sind frei in der Entscheidung, wie wir mit dieser schwierigen Lage umgehen und der gegenwärtigen Situation  nicht nur ausgeliefert.

Darum gehen Sie gerade heute und in den nächsten Wochen sehr achtsam damit um, wie Sie die gegenwärtige Lage annehmen und mit dieser – und somit auch mit sich selbst – umgehen.

IMMUNSYSTEM

Lachen ist die beste Psychohygiene!

Gerade jetzt sollten wir alles tun, um unser Immunsystem zu stärken. Alle Lebensmittelgeschäfte sind geöffnet, das bedeutet, wir können und sollen vor allem frische Produkte wie Obst und Gemüse zu uns nehmen.

Stress beeinflusst unser Immunsystem erheblich und negativ; 5 Minuten Stress schwächt unser Immunsystem für 7 bis 8 Stunden.

Wir können uns jetzt dadurch stärken, dass wir jede Hetzerei zu noch so unnützen Terminen, unnötigen Zeitdruck und Verabredungen an Orten mit viel zu vielen Menschen einfach einmal auslassen und uns darauf besinnen, dass wir uns damit bewusst etwas Gutes tun.

BACK TO THE ROOTS

Genießen Sie die Ruhe, fühlen Sie sich nicht gestört durch das Vogelgezwitscher, sondern freuen Sie sich über das Frühlingsständchen!

Und wenn es Ihnen unter Einhaltung aller Schutzmaßnahmen möglich ist, halten Sie Ihre Nase in die Sonne, sie stärkt auf ganz natürliche Weise Ihre geistige, körperliche und seelische Gesundheit!

SINNVOLL

Wenn wir die Natur mit offenen Augen wahrnehmen, ruft das Freude in uns hervor. Es erfreut unser Herz, erfüllt unseren ganzen Körper mit vielen positiven Eindrücken; deshalb erleben wir diesen Augenblick als sinnvoll.

Wenn wir mit unseren Händen, geführt durch unseren Geist, etwas gestalten, erleben wir dies als sinnvoll, da wir etwas ganz Persönliches (er)schaffen.

Wann haben Sie zum letzten Mal Mensch-Ärgere-Dich-Nicht oder eine Viertelstunde mit Ihrem Haustier gespielt?

Wann zuletzt sind Sie mit Ihren Kindern zusammengesessen und haben Ostereier bemalt und damit den Osterstrauch geschmückt?

Nützen Sie diese Zeit – entschleunigen Sie sich selbst!