„Jeder Experte war einst ein Anfänger“


by Sylvia F. Rodatz, Life Transformation Coaching, Den Haag 12.04.2021
Eine Begegnung vor einigen Tagen hat mich nachdenklich gemacht.
Zu einem bestimmten beruflichen Thema hatten wir in einer kleinen Experten-Runde eine
Diskussion geführt.
Der Begründer des zu besprechenden Ansatzes ist wahrlich eine Koryphäe auf seinem
Gebiet und für den Ansatz auch bekannt. Ich nenne ihn mal Herr Connektikus.
Die Diskussion war erkenntnisreich, lebhaft und angeregt.
Bevor wir das Treffen abgeschlossen haben, sagte eine Teilnehmerin… dass wir nun
wenigstens etwas aus Herrn Connektikus‘ Theorie auf unseren Lebensweg ja mitnehmen
können, auch wenn keiner von uns je ein Herr Connectikus sein wird.
… hmm… habe kurz inne gehalten… und fragte mich, will man das sein…? Wozu sollte man
dies wollen, jemand anders zu sein?

Sylvia F.Rodatz


Diesen Gedanken hatte ich noch nie gehabt, dass ich jemand anders sein wollte, auch wenn diese Formulierung nur das Ergebnis eines Vergleichs des eigenen mit dem Erfolg eines
Anderen ist.
Oh ja, sehr viele Menschen inspirieren mich durch ihre Ideen, Erfolge, Lebensweg, Mut, Menschlichkeit, Weisheit, Kreativität, Spiritualität und vieles mehr und zwar jeden Tag und
unentwegt. Einige von ihnen bewundere ich sogar. Und genau diese Bewunderung und Inspiration motivieren mich, machen mich neugierig, lassen mich nach neuen Wegen suchen, lassen neue Schwerpunkte definieren, lassen mich umso mehr Wissen gewinnen
und somit besser die Zusammenhänge verstehen… Wie die Teile eines Puzzles, die sich immer mehr zusammenfügen und ein immer größeres Bild entstehen lassen… ich liebe dieses Gefühl.
Und auch das Bewusstsein, dass die Menschen, die mich auf diese wundersame Weise inspirieren, mal mit kleinen Puzzle-Teilen anfingen, bevor diese bei ihnen zu einem großen Bild wurden, lässt mich meine Lebensreise zuversichtlich und voller Vertrauen angehen und bewusst genießen.
Dieses große Bild, das dabei entsteht, ist das Bild von mir, von Sylvia F. Rodatz, auch wenn
inspiriert von Tausenden wunderbaren Individuen in dieser bezaubernden Vielfalt der Welt.
Und … es soll kein Bild von Herrn Connektikus werden. Denn Herr Connectikus hat
möglicherweise andere Werte, Vorstellungen, Überzeugungen, andere Bedürfnisse, andere
Vorlieben, doch andere Neigungen, vielleicht ja, eine ganz andere Lebensphilosophie, als
ich. Eine Lebensphilosophie, die… wenn ich sie mir überstülpen würde, mich möglicherweise
ganz unglücklich machte, weil sie nicht zu meiner Persönlichkeit passte, weil sie nicht in
meinen Lebenskontext passen würde, weil… sie einfach zu groß oder zu klein, zu bunt oder
zu trist wäre…und es gäbe Tausend Gründe dagegen… wer weiß?
So ist das so wunderbar, ICH SELBST zu sein und meinen eigenen Weg zu bestimmen, das,
was mich selbst interessiert, verfolgen, meine eigenen Werte und nach meiner Philosophie
leben, mein eigenes Tempo bestimmen, selbst bestimmen wohin es gehen soll, selbst
Einfluss nehmen, Selbstwirksamkeit und Selbstbestimmung erleben und… Selbstvertrauen
und somit eigenen Selbstwert entwickeln.
Trotz all der Vergleichsmöglichkeiten, die in allen Medien ständig greifbar sind, „ICH BIN
OKAY“ und „JA“ zu mir sagen, fühlt sich gut an und ist ziel-führend, um in Selbst-Akzeptanz
ein erfülltes Leben zu führen.
Vielleicht war es nur eine Floskel, die die Teilnehmerin der Diskussionsrunde benutzte. Doch
auch in diesem Fall… wohlwissend, dass unsere Sprache unsere Wirklichkeit bildet, würde
ich vielleicht nachfragen, was es für sie bedeutet, Herr Connectikus zu sein. Denn dann wird
es vielleicht für sie sichtbar, was sie sich für sich selbst wünscht… und vielleicht würde sie
dann sehen, dass schon so viel von dem Gewünschten DA ist und alles Andere und viel
mehr, was noch dazukommen soll, kann sie selbst und aus eigener Kraft erreichen. Mit dem
gravierenden Unterschied, dass sie SELBST das gewünschte Ergebnis definiert, sodass sie
vielleicht am Ende statt „Herr Connectikus“ eine „Frau Glücklich“ ist.

Bleiben Sie gesund.
Herzlichst,
Ihre Sylvia F. Rodatz

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