DU BIST IMMER SO …

Alexandra Neuhofer

Schon einmal gehört?

Nervt Sie schon, bevor Sie überhaupt wissen, worum es geht?

Hier ein paar Tipps zum Streit und damit Stress Vermeiden!

„DU BIST IMMER SO …“ ist eine Kampfansage. Wenn Sie es darauf anlegen, sich ordentlich zu fetzen und so lange zu streiten, bis einer flüchtet oder sich massiv wehrt, ist dieser Satz – oder ähnliche wie „Nie tust Du …“, Wie immer kannst Du nicht …“ oder auch besonders beliebt „Typisch, wie immer …“ sehr erfolgversprechend.

Wenn Ihnen hingegen daran liegt, Ihren Ärger auszudrücken über etwas, was ein anderer gemacht hat oder eben nicht und dann auch noch das Gewünschte zu erreichen, gibt es ein ganz einfaches Mittel, anzuwenden in vier Schritten:

  • Beobachten – beschreiben Sie nur die Handlung, um die es geht, ohne zu werten oder zu interpretieren
  • Beschreiben Sie Ihr Gefühl, das Sie aufgrund dieser Situation haben
  • Sagen Sie, was Sie brauchen und beschreiben Sie Ihr Bedürfnis
  • Formulieren Sie dieses Bedürfnis in einer Bitte in Bezug auf die konkrete Aktion

Damit klagen Sie Ihr Gegenüber nicht an, sondern geben ihm die Chance, Sie, Ihre Gefühle und Ihr Anliegen nicht nur wahrzunehmen, sondern auch zu verstehen.

Sie drängen auch niemanden in die Ecke, reizen ihn aufs Blut und verlangen eine Rechtfertigung, denn rechtfertigen macht recht fertig.

Ein Praxisbeispiel:

Ich plante eine achttägige Fortbildung und bat einen Freund, sich während meiner Abwesenheit um meine Pflanzen zu kümmern; hilfsbereit sagte er zu. Nach meiner Rückkehr fand ich die Zimmerpflanzen in einem so erbärmlichen Zustand wieder, dass ich den Tränen nahe war. Am liebsten hätte ich diesen Freund durch Sonne, Mond und Sterne geschossen.

Sätze wie „auf Dich kann man sich nicht verlassen …“ und „Du kannst Dich ja nicht einmal um Grünzeug kümmern …“ lagen mir auf der Zunge. Aber was hätte das gebracht? Meinen Zorn hätte es nicht geschmälert, und grundsätzlich ist dieser Freund immer zuverlässig und geschickt.

Ich habe mich also kurz gefangen und ungefähr folgendes formuliert:

  • Meine Pflanzen sind entweder vertrocknet oder ertrunken.
  • Das macht mich traurig und zornig.
  • Ich möchte es daheim schön und gemütlich haben, das gibt mir Halt, weil ich gerne nachhause kommen möchte.
  • Darf ich Dich bitten, dass Du Dir vor meiner nächsten längeren Abwesenheit Zeit nimmst und wir machen gemeinsam einen Plan, welche Pflanze wie zu versorgen ist?

Und da ist alles drin! Mein Schmerz und Ärger über die zum Teil ertrunkenen Pflanzen, und es ist eine Chance für beide Seiten, dass es das nächste Mal besser laufen wird.

Probieren Sie es einmal aus, es funktioniert wirklich!

Wenn nicht, ist einer von Ihnen wirklich nur auf Streiten aus, und es geht nicht um den Inhalt, über den Sie gerade streiten, sondern häufig um etwas ganz anderes.

Viel Erfolg beim Ausprobieren und

ACHTEN SIE GUT AUF SICH!

HOFFNUNG STÄRKT RESILIENZ

Alexandra Neuhofer

Alexandra Neuhofer


Hoffen ist eine durchaus sinnvolle Beschäftigung, denn sie erhält uns die
Verbindung zu etwas, was uns wertvoll ist.
Und Hoffnung ist mehr als nur ein Herbeisehnen, ein inniger Wunsch, da sie
einen realen Bezug zur Welt hat. Wir bleiben unseren inneren Werten treu,
indem wir an ihnen festhalten.


Welche Werte haben wir? Gesundheit, Familie, Leben?
Wo Hoffnung ist, ist auch Chance!
Haben Sie schon einmal etwas inständig gehofft?
Nach einem harten Training ein Ziel zu erreichen, einen tollen Job zu
bekommen, nach einer Verletzung wieder mobil zu werden?
Sie haben auf dieses Ziel hingearbeitet, weil es Ihnen realistisch und sinnvoll
erschien in der Hoffnung, dieses zu erreichen.
Wäre Ihnen das ohne Hoffnung gelungen?
Hoffnung bleibt uns, wenn wir selber nichts mehr tun können, uns die Hände
gebunden sind, doch sie zieht uns nicht in die Vergangenheit, sondern richtet
unsere Aufmerksamkeit in die Zukunft, sie stärkt unsere Haltung für das, was
kommen wird und macht uns offen dafür.
Gerade wenn wir an der derzeitigen Situation nichts aktiv ändern können, hilft
es, die Hoffnung zu bewahren.
Es gibt so viele wissenschaftliche Erkenntnisse die belegen, dass das Hoffen
auf Heilung nach einer schweren Erkrankung den Verlauf der Genesung positiv
beeinflusst, weil die Psyche und der Körper ein Team bilden.
Und dieses standhafte Hoffen, dass wir die derzeitige Situation gut überstehen,
gesunden und wieder auf die Beine kommen – auch wenn uns diese nur
metaphorisch weggerissen wurden – stärkt unsere Resilienz.
Die Hoffnung gibt uns Kraft weiterzumachen und nicht zu vergessen, dass wir
am Leben sind.
Denn das Leben ist es wert, damit in Beziehung zu bleiben.
Haben Sie Vertrauen in die Welt.
Bleiben Sie hoffnungsvoll.
ACHTEN SIE GUT AUF SICH!

Brauchen statt wollen

Alexandra Neuhofer

ICH  WILL   B R A U C H E …

Seit Mitte März 2020 befinden wir uns im Lockdown.

Eine akute Krise dauert erfahrungsgemäß 4 – 6 Wochen.

Wir haben jetzt Mitte Mai, wer jetzt noch geistig, seelisch und moralisch festen Halt hat, ist, wie man im Volksmund gerne formuliert, „gut aufgestellt“, die Modebewussten dürfen diesen Zustand als resilient bezeichnen.

Alexandra Neuhofer

Aber was ist mit jenen, die sich trotz oder gerade wegen der acht Wochen spärlicher sozialer Kontakte, weniger oder keiner beruflicher Tätigkeit nicht so recht hinaussehen?

Es bröckelt der Boden unter Ihren Füßen, Sie finden keinen Schutz und Halt mehr!

Sie haben eine Beziehung, einen Arbeitsplatz oder gar einen Menschen verloren, zusätzlich zur belastenden Pandemie-Situation sind Sie tief erschüttert und traurig!

Plötzlich stellen Sie fest, dass Sie mit sich selbst wenig anzufangen wissen, kommen drauf, dass Ihr bisheriges Leben auf Werten basierte, die eigentlich nur auf Äußerlichkeiten ausgerichtet waren, und jetzt gilt das alles nicht mehr, weil Sie das Auto zurückgeben und den Urlaub stornieren müssen? Welche Werte gelten jetzt überhaupt noch?

Und welchen Sinn hat Ihr Leben momentan? Eine Familie wollten Sie gründen, doch der Job ist weg, Sie kommen alleine kaum über die Runden, und der Partner stellt sich nach acht Wochen auf kleinstem Raum nicht als derjenige heraus, mit dem Sie alt werden wollten!

Stellen Sie sich eine Frage, und das mit Bedacht; und gehen Sie weg vom herkömmlichen „Was will ich?“.

Probieren Sie es einmal mit „Was BRAUCHE ich?“!

Sie werden, wenn Sie nach einiger Zeit eine Antwort für sich gefunden haben, feststellen, dass Ihr Ergebnis ein anderes ist als die Antwort darauf, was Sie sich wünschen oder wollen.

Vor einigen Jahren befand ich mich in einer Umbruchphase, so weitermachen ging nicht, ich hatte aber nicht einmal eine Idee zu einem neuen Weg.

Es war Ende Oktober, es regnete leicht, ich schaute durchs Fenster in den regenverhangenen Garten, wo noch das fast ausgelassene Planschbecken mehr lag als stand.

Wahrgenommen habe ich das wunderschöne Resedagrün des algen- und tannennadelangereicherten restlichen Wassers im Becken.

Und so gedankenverloren fiel mir ein, was ich brauchte: Ich hatte das Bild vor mir, wie ich als Kind keine Regenlacke ausgelassen habe und mit Begeisterung darin herumgesprungen bin, es war mir völlig egal, dass ich schmutzig und nass war, allein dieses Gefühl von Freiheit war es, das ich dringend brauchte.

Ich ging in T-Shirt, Shorts und barfuß in den matschigen Garten, stieg in das knöcheltiefe Wasser, zuerst vorsichtig, dann schon mutiger, und zuletzt hüpfte ich wie ein kleines Kind im schlammigen Wasser – und es war wunderbar und befreiend!

Nach diesem Schlammbad – und einer Dusche – hatte ich mich „freigespielt“, mir meine Ressourcen zunutze gemacht und schlussendlich auch einen klaren Kopf, um die weiteren Schritte für mein Leben anzudenken.

Und wieso? – Weil ich darauf GEHÖRT habe, was ich in diesem Moment GEBRAUCHT habe!

Sie werden vielleicht feststellen, dass das, was Sie wirklich brauchen, gar nicht so viel und möglicherweise leichter zu realisieren ist als das Gewollte.

Deshalb wird der Weg dorthin auch ein anderer sein als der „gedachte“, und häufig ist dieser auch weniger steinig.

ACHTEN SIE GUT AUF SICH!

Anregung zur Selbsthilfe

Alexandra Neuhofer

Es gibt Situationen, die wir selbst nicht ändern können.

Alexandra Neuhofer

Da hilft es, die eigene Haltung zu diesem Ereignis mit Bedacht zu wählen.

Denn wir sind frei in der Entscheidung, wie wir mit dieser schwierigen Lage umgehen und der gegenwärtigen Situation  nicht nur ausgeliefert.

Darum gehen Sie gerade heute und in den nächsten Wochen sehr achtsam damit um, wie Sie die gegenwärtige Lage annehmen und mit dieser – und somit auch mit sich selbst – umgehen.

IMMUNSYSTEM

Lachen ist die beste Psychohygiene!

Gerade jetzt sollten wir alles tun, um unser Immunsystem zu stärken. Alle Lebensmittelgeschäfte sind geöffnet, das bedeutet, wir können und sollen vor allem frische Produkte wie Obst und Gemüse zu uns nehmen.

Stress beeinflusst unser Immunsystem erheblich und negativ; 5 Minuten Stress schwächt unser Immunsystem für 7 bis 8 Stunden.

Wir können uns jetzt dadurch stärken, dass wir jede Hetzerei zu noch so unnützen Terminen, unnötigen Zeitdruck und Verabredungen an Orten mit viel zu vielen Menschen einfach einmal auslassen und uns darauf besinnen, dass wir uns damit bewusst etwas Gutes tun.

BACK TO THE ROOTS

Genießen Sie die Ruhe, fühlen Sie sich nicht gestört durch das Vogelgezwitscher, sondern freuen Sie sich über das Frühlingsständchen!

Und wenn es Ihnen unter Einhaltung aller Schutzmaßnahmen möglich ist, halten Sie Ihre Nase in die Sonne, sie stärkt auf ganz natürliche Weise Ihre geistige, körperliche und seelische Gesundheit!

SINNVOLL

Wenn wir die Natur mit offenen Augen wahrnehmen, ruft das Freude in uns hervor. Es erfreut unser Herz, erfüllt unseren ganzen Körper mit vielen positiven Eindrücken; deshalb erleben wir diesen Augenblick als sinnvoll.

Wenn wir mit unseren Händen, geführt durch unseren Geist, etwas gestalten, erleben wir dies als sinnvoll, da wir etwas ganz Persönliches (er)schaffen.

Wann haben Sie zum letzten Mal Mensch-Ärgere-Dich-Nicht oder eine Viertelstunde mit Ihrem Haustier gespielt?

Wann zuletzt sind Sie mit Ihren Kindern zusammengesessen und haben Ostereier bemalt und damit den Osterstrauch geschmückt?

Nützen Sie diese Zeit – entschleunigen Sie sich selbst!