Wo ist das Licht in diesen herausfordernden Zeiten?

Gabriele Buchner

Vielleicht haben Sie im Moment eine große Verantwortung in deinem Job, sollen in kürzester Zeit die richtigen Entscheidungen treffen, oder sind durch das Arbeitspensum einfach überlastet? Auf der anderen Seite bringen Sie die Bedürfnisse, die Ihre Familie an Sie stellt, an den Rand der Leistungsgrenze. Sie selbst haben eventuell Ängste, den Job zu verlieren oder falsch zu entscheiden, haben Furcht vor Krankheit, Tod und Trauer, wissen nicht, was in der Zukunft die Sicherheit bringt, die Sie brauchen, um wieder ruhig zu werden und aus diesem Dunkel herauszufinden?

Wenn man sich im Dunkeln befindet, dann lässt sich das schwer aushalten und noch weniger gut arbeiten.

Dies kann ich sehr gut nachempfinden, denn wie wir alle habe auch ich eine Familie, die sich auf mich verlässt, muss ich Geld verdienen, damit meine Rechnungen bezahlt werden können und die Sorge vor der Zukunft, sei es fehlende Sicherheit oder die Angst vor einer Krankheit sind sehr schnell in den direkten Fokus gerückt.

In der letzten Woche hat sich eine Frau bei mir gemeldet, die um Hilfe bei ihren Abschiedsthemen gebeten hatte. Wir führten eine Stunde lang ein sehr intensives Gespräch und sie bedankte sich mit den Worten „Sie haben mir das Licht in meine Dunkelheit gebracht“.

Dieser Satz hat mich zutiefst bewegt. Dieser Satz hat in den letzten Tagen sehr viel in mir ausgelöst und das Wichtigste ist, dass diese Klientin mit ihrem Feedback auch mein Licht wieder angefacht hat, und dafür bin ich sehr dankbar.

Es hat mir gezeigt, dass wir alles in uns haben, was wir brauchen, wir müssen nur hinsehen und fühlen, und ab und zu kommt ein wildfremder Mensch in dein Leben, der in dir ein Licht entzündet!

Fotocredit: Antonia Buchner

Nicht das Was, sondern das WIE

Mirella Kreder

Oft ist es nicht das WAS sondern das WIE.
Das ist eine Weisheit, die sich für mich in der Vergangenheit immer wieder bewahrheitet hat. Nicht unbedingt die Tatsache, DASS sich etwas verändert ist ausschlaggebend, sondern WIE es sich verändert. Ob man selbst die Veränderung herbeiruft, oder ob man verändert wird.


Positive Veränderungen machen uns froh. Negative Veränderungen, insbesondere von außen, lösen zunächst weniger gute Gefühle aus.
Und was, wenn die Veränderung zu schnell kommt? Wenn im Prozess ganz schön vieles schiefgeht? Zu Bruch geht? Wenn wir uns plötzlich umgewöhnen oder neu erfinden sollen? Wenn es keine klaren Trennelemente mehr gibt – oder zu viele?
Plötzlich ist man Zuhause “eingesperrt”. Gerade für uns, die wir es gewohnt sind unsere Freiheit auszuleben, kann das auf Dauer ein beklemmendes Gefühl sein. Nicht in vollem Umfang so zu können wie wir wollen. Und selbst wenn wir es verstehen, anfühlen tut es sich wie “gegen den Strich streicheln”. Hinzu kommen mögliche Zukunftsängste und Unsicherheiten, vermehrte Konflikte im Haushalt (das gegen den Strich gestreichelte Fell wird dünn), ungewohnte Arbeitsweisen, sinkende Schmerzgrenzen, mangelnder Ausgleich. Und all das ohne Vorwarnung. Autsch.
Die gute Nachricht:
Wir können auch solche Veränderungen als Chance erkennen wenn uns die dafür nötige Zeit gegeben wird (oder wir sie uns nehmen). Wenn das WIE stimmt (oder wir dafür sorgen, dass es stimmt). Kommunikation ist hierbei ein wesentliches Element. In alle Richtungen. Auch nach innen.
Zeit heilt Wunden. Sagt man nicht so? Zeit ist ein Geschenk. Ich zum Beispiel habe diese Phase genutzt um mir selbst bewusster Zeit zu schenken. In allem eine Chance zu sehen und “Auswege” zu finden. Alternativen zu denken. Ich habe die gegebene Veränderung von außen umgewandelt, transformiert, in einen Veränderungsprozess von innen. Verändern können wir nämlich auch Gedanken und unsere Einstellung.

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Intuition als Plan / Corona als Lehre

Mag. Ulrich Wanderer

Vor zehn Wochen wusste ich noch genau, wie das heurige Jahr in etwa laufen würde. Seminare, Urlaub, Beratungen, Marathons, Sommer, etc und am Ende eine große Reise. Ja, es war klar, dass es so laufen sollte.

Mag. Ulrich Wanderer
Mag. Ulrich Wanderer


ich war auf ein tolles Jahr eingestellt und dann kam es ein wenig anders. LockDown und Pressekonferenzen, Ausgangsregelungen und… erzwungene Kreativität. Plötzlich war nicht mehr der planbare Alltag gefragt, sondern die Umstellung auf die Bedürfnisse einer vorübergehenden Phase. Wir alle spüren dieses Gefühl der Unsicherheit, doch bedeutet Unsicherheit auch das erzwungene Loslassen von scheinbaren Sicherheiten. Wer sich nie von seiner Ankerkette löst wird keine neuen Meere erkunden.

Wie der Geselle, der früher auf Wanderschaft ging um seinen Beruf in der Fremde zu erlernen, so haben wir jetzt die Möglichkeit, unser Lebenskonstrukt zu überdenken. Haben wir auf Sand oder Fels gebaut? Was ist unser Fundament? Sind es jene Kurse, die einem Seismografen gleich rauf und viel mehr runter sausen können? Ist es der Job, der zwar viel Prestige und Geld bringt, doch beim ersten Anzeichen einer Krise zu wackeln beginnt, oder sind es Gegenstände? Das Auto oder anderes?

Ist aber unser Fundament die Überzeugung, am richtigen Platz zu sein, fest in sich zu stehen und sich darauf zu verlassen, dass man im Moment die passende Entscheidung trifft und den richtigen Schritt in die richtige Richtung macht. Passt das Schuhwerk, so gehen wir auf jedem Weg mit sicherem Schritt. Lassen wir uns von unseren Möglichkeiten leiten, lassen wir unser Bauchgefühl die Führung übernehmen. Nicht langfristige Planung, sondern viel eher nur intuitive kleine Schritte führen uns derzeit an die nächste Wasserquelle, an die nächste Labestelle des Alltags.

Daher können wir, bei all den Unerfreulichkeiten, die die aktuelle Lage mit sich bringt, auch positive Aspekte erkennen. Wir können viel über uns und vor allem für uns lernen. Wie wir in unbekannten Situationen reagieren, wie wir agieren und ..was wir verbessern können. Und wir können wachsen. Corona geht vorbei, wir werden bleiben. Und auch die Erfahrungen, die wir mit unseren Mitmenschen und vor allem mit uns selber machen werden bleiben.

So gesehen, ist die momentane Ausnahmesituation auch eine Chance für uns und unsere Gesellschaft. Wir könnten lernen uns nicht nur auf unsere Pläne zu verlassen, sondern viel mehr noch auf uns selber. Denn der beste Plan ist immer noch unsere Intuition.