Wartezeit?

Mag. Emmi Ott

„Hör auf zu warten

Auf den Sommer, auf die Liebe deines Lebens, aufs Ende der Coronakrise, …

Glücklich wirst du erst sein, wenn du aufhörst zu warten und

das Beste aus dem Moment machst,

in dem du dich JETZT GERADE befindest.“

Derzeit ertappe ich mich dabei, dass ich mich oft im Wartemodus wiederfinde. Im Gespräch mit anderen Leuten stelle ich fest, ich bin damit nicht allein. Wartemodus bedeutet für mich, ich lebe auf etwas hin und gebe der Gegenwart nicht die Bedeutung, die ihr zukommt.

Jeder stellt sich Fragen wie

  • Wann geht das „normale“ Leben wieder los?
  • Wann kann ich wieder Kinder, Familie, Freunde treffen?
  • Wann beginnt Schule und Kindergarten wieder?
  • Wann kann ich wieder arbeiten?
  • Wann darf ich wieder verreisen?
  • Wie hält die Wirtschaft das aus?

Es gibt tausende solche Fragen, die ganz kleinen persönlichen und die übergeordneten großen Fragestellungen. Sie alle sind derzeit nicht wirklich beantwortbar und lassen unsere Gedanken in die Zukunft abschweifen, oft mit sorgenvollem Beigeschmack. Natürlich tun Perspektiven gut und sind hilfreich. Aber die Beschäftigung mit der Zukunft nimmt oft die Energie für die Gegenwart, wo wir sie so dringend benötigen.

Wir warten und versäumen dabei das Leben, das gerade stattfindet.

Und – auf welche Normalität warte ich eigentlich? Gibt es sie oder entspringt sie der Sehnsucht nach Stabilität und Routine? In einem Gespräch fiel der Satz: „Ich lebe die Realität im Jetzt, ob sie normal ist, ist für mich nicht relevant.“

Zu simpel gedacht oder äußerst weise?